Gesundheit

Studien zur Gesundheit am Arbeitsplatz sehen sich grundsätzlich dem Verdacht ausgesetzt, nicht das Wohl der Arbeitenden, sondern die Effizienz des Betriebs im Auge zu haben, die dank der robusten Gesundheit der Arbeitnehmenden gesteigert werden soll. Dabei zeigt sich schon beim Psychologischen Laboratorium der Universität Zürich um 1900, dass Forschungen zu Bewegungsabläufen, Wahrnehmung und geistiger Arbeit durchaus reformatorische Ansprüche vertraten.

In Marianne Flotrons Video werden in nachgespielten Situationen erlebte Spannungen am Arbeitsplatz beschreibbar. Dennoch sieht sich das heute praktizierte Personalmanagement in der Forschung von Brigitta Bernet dem Vorwurf ausgesetzt, die Mitarbeitenden selbst als unternehmerische Ressource zu nutzen. Damit einher geht eine breite Ratgeber- und Coaching-Kultur. Dem gegenüber verweigern sich die Möbel-Skulpturen von Valentina Stieger fast trotzig ihrer Nutzung, während Richard Ibghy und Marilou Lemmens mit grossformatigen dreidimensionalen Umsetzungen von Arbeitsdiagrammen die empirische Objektivierung der Arbeit einerseits sinnlich erlebbar machen und gleichzeitig hinterfragen.